Corona im Körper

Diese direkten und indirekten Schäden kann das Virus anrichten

Die Grafik eines menschlichen Körpers. Die oberen Atemwege sind hervorgehoben.
Eine Grafik mit einem menschlichen Körper zeigt die oberen Atemwege. Eingezeichnet sind mögliche Symptome, wie  Halsschmerzen, Husten, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns.
Grafik eines menschlichen Körpers. Die unteren Atemwege sind hervorgehoben.
Grafik eines menschlichen Körpers. Die unteren Atemwege und die Lunge sind hervorgehoben.
Eine graphische Darstellung eines menschlichen Körpers. Die oberen Atemwege und Lunge sind hervorgehoben. Angezeichnet sind mögliche Symptome bei schwerem Verlauf, wie Fieber, Kurzatmigkeit, allgemeines Krankheitsgefühl.
Eine graphische Darstellung eines menschlichen Körpers. Die oberen Atemwege und Lunge sind hervorgehoben. Angezeichnet sind mögliche Symptome bei schwerem Verlauf, wie Fieber, Kurzatmigkeit, allgemeines Krankheitsgefühl.
Eine graphische Darstellung eines menschlichen Körpers. Die oberen Atemwege und Lunge sind hervorgehoben. Angezeichnet sind mögliche Symptome bei schwerem Verlauf, wie Fieber, Kurzatmigkeit, allgemeines Krankheitsgefühl.

Atemwege und Lunge

Das Coronavirus gelangt über den Mund-Nasen-Rachen-Raum in den Körper und entzündet hier die oberen Atemwege.

Im Rachen vermehrt es sich. Bei den meisten Corona-Infizierten bleibt es bei diesen leichten Symptomen.

Das Coronavirus kann aber auch auf die tieferen Atemwege und die Lunge übergreifen, eine Lungenentzündung verursachen und im schwersten Fall auch ein akutes Lungenversagen.

Schwere Verläufe treffen vor allem die Risikogruppen, wie z. B. ältere Menschen oder Menschen mit relevanten Vorerkrankungen.

Warum aber auch junge Menschen ohne bekannte Vorerkrankungen schwer erkranken, ist bislang unklar.

Warum bei Hans Müller die Erkrankung am Rachen aufhört, während es für Susanne Klein weitergeht, wissen wir noch nicht.
Prof. Dr. Klaus F. Rabe, Medizinischer Geschäftsführer der LungenClinic Grosshansdorf | 02.09.2020
Graphische Darstellung eines Körpers. Die Blutgefäße sind hervorgehoben.
Graphische Darstellung eines Körpers. Herz, Hirn und Lunge sind hervorgehoben.
Graphische Darstellung eines Körpers. Herz, Hirn und Lunge sind hervorgehoben.

Blutgefäße

Bei Covid-19-Erkrankten wurden vermehrt Thrombosen, also Klumpen im Blut, entdeckt.

Diese können durch den Körper transportiert werden und im Herzen für einen Infarkt oder in der Lunge für eine Embolie sorgen. Bei Covid-19 können Blutgerinnsel im Hirn Schlaganfälle verursachen, die sogar junge Menschen und Nicht-Risikopersonen betreffen.

Die Grafik eines menschlichen Körpers. Das Herz ist hervorgehoben.
Graphische Darstellung eines Oberkörpers. Die Auswirkungen auf das Herz sind drangeschrieben: Herzinfarkt, Entzündungen des Herzmuskels, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen.
Graphische Darstellung eines Körpers. Das Herz ist hervorgehoben.
Graphische Darstellung eines Körpers. Das Herz ist hervorgehoben.

Herz

Covid-19 kann indirekt immense Auswirkungen auf das Herz haben.

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen haben zudem Coronaviren im Herzen nachgewiesen.

Graphische Darstellung eines Körpers. Die Nieren sind hervorgehoben.
Graphische Darstellung eines Körpers. Die Nieren sind hervorgehoben.
Graphische Darstellung eines Körpers. Die Nieren sind hervorgehoben.
Graphische Darstellung eines Körpers. Die Nieren sind hervorgehoben, daneben steht: Nierenversagen.
Graphische Darstellung eines Körpers. Die Nieren sind hervorgehoben, daneben steht: Nierenversagen.

Nieren

Bei Patienten und Patientinnen, die an Covid-19 erkranken, kam es häufig schon frühzeitig zu einer Nierenbeteiligung. Das zeigen laut Deutscher Gesellschaft für Nephrologie bereits mehrere Studien.

Pathologische Befunde zeigen zudem, dass sich Sars-CoV-2 auch in der Niere finden lässt und es sich dort sogar vermehren kann.

Laut Prof. Tobias B. Huber, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie am UKE Hamburg, ist die Niere das am zweitstärksten betroffene Organ nach der Lunge.

27 Prozent aller beatmeten COVID-19-Patienten und Patientinnen erleiden ein akutes Nierenversagen und hängen auf der Intensivstation an der Dialyse.

Die Grafik eines menschlichen Körpers. Das Gehirn ist hervorgehoben.
Die Grafik eines menschlichen Körpers. Das Gehirn ist hervorgehoben.
Die Grafik eines menschlichen Körpers. Das Gehirn ist hervorgehoben. Angezeichnet sind Auswirkungen wie: Verwirrtheit, Gedächtnisprobleme, epileptische Anfälle, Muskelschwäche.
Die Grafik eines menschlichen Körpers. Das Gehirn ist hervorgehoben.
Die Grafik eines menschlichen Körpers. Das periphere Nervensystem und ein Arm sind hervorgehoben.
Graphische Darstellung eines Körpers. Das Hirn ist hervorgehoben.

Hirn

Auch auf das Hirn wirkt sich eine Covid-19-Erkrankung aus.

Laut Prof. Dr. Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, ist es wahrscheinlich, dass das Virus überwiegend indirekt auf das Hirn wirkt. In seltenen Fällen, könne das Virus selbst eine Entzündung im Hirn verursachen.

Ich übe wieder Schreiben. Mir fehlen da immer wieder Wörter und Buchstaben – wie so ein Erstklässler.
Ilse Lukmann, Covid-19-Patientin | Juni 2020

Man vermutet, dass durch die Überreaktion des Immunsystems auch Entzündungen an Gehirn und Rückenmark auftreten können, die z. B. zu Gedächtnisproblemen führen können. Diese Symptome treten überwiegend bei schweren Verläufen auf.

Auch der Sauerstoffmangel bei einer schweren Lungenerkrankung kann das Gehirn schädigen.

Im peripheren Nervensystem, also dem Teil, der außerhalb des Gehirns und Rückenmarks liegt, können Lähmungserscheinungen (Guillain-Barré-Syndrom) eintreten. Diese Auswirkungen sind nicht neu – man kennt sie bereits von bakteriellen Magen-Darm-Infektionen und anderen viralen Lungeninfektionen.

Von Hirnschädigungen ist bekannt, dass Auffälligkeiten wie Gedächtnisprobleme, Abgeschlagenheit und Konzentrationsstörungen bis zu einem Jahr brauchen können, um abzuklingen. Das Gleiche gilt für Geruchs- und Geschmacksstörungen.

Hirn, Niere, Herz: Auswirkungen auf zahlreiche Organe

Auch bei weiteren Organen wie beispielsweise Leber, Haut, Magen und Darm wurden erste Auswirkungen festgestellt.

Graphische Darstellung eines Körpers. Lagen, Darm, Leber und Haut sind hervorgehoben.

Unser Körper ist ein vernetztes System.

Das Virus kann auch eine Überreaktion des Immunsystems auslösen und damit für ein Multiorganversagen sorgen.

Die Grafik eines menschlichen Körpers. Dazu Fragezeichen.
Die Grafik eines menschlichen Körpers. Die inneren Organe sind hervorgehoben. Fragezeichen schweben um die Person.
Die Grafik eines menschlichen Körpers. Die inneren Organe sind hervorgehoben. Fragezeichen schweben um die Person.

Weitere Forschung ist nötig

Wie häufig Auswirkungen auf Organe auftreten, ob sie direkt oder indirekt durch das Virus ausgelöst werden, und zu welchen Langzeitschäden es kommen kann, wird weiter erforscht .

Die Krankheitsverläufe variieren stark, jeder Körper reagiert anders. Daher lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen zum „typischen“ Krankheitsverlauf machen.

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*02.09.2020


Fachliche Unterstützung durch:
Prof. Dr. med. Andreas M. Zeiher, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V.

Prof. Dr. med. Klaus F. Rabe, ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. und medizinischer Geschäftsführer der Abteilung Pneumologie an der LungenClinic Grosshansdorf

Prof. Dr. med. Tobias B. Huber, Experte der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie und Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Prof. Dr. med. Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie

Prof. Dr. med. Peter Elsner, Mitglied des Präsidiums und Beauftragter Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG)

Prof. Dr. Markus Cornberg, Medizinischer Geschäftsführer
der Deutschen Leberstiftung


Foto:
iStock/Ivanna Olijnyk

Quellen: Robert Koch-Institut; Deutsche Gesellschaft für Nephrologie; Deutsche Herzstiftung; Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; Guan W, et al. (2020). Clinical characteristics of coronavirus disease 2019 in China; Puelles V, et al. (2020). Multiorgan and Renal Tropism of SARS-CoV-2; Michas G, et al. (2015). A rare case of Guillain-Barré syndrome presenting with abdominal pain; Lindner D, et al. (2020). Cardiac infection with SARS-CoV-2 in confirmed COVID-19 autopsy cases; Ling M, et al. (2020). Neurologic Manifestations of Hospitalized Patients With Coronavirus Disease 2019 in Wuhan, China; Ackermann M, et al. (2020). Pulmonary Vascular Endothelialitis, Thrombosis, and Angiogenesis in Covid-19; Lax S, (2020). Pulmonary Arterial Thrombosis in COVID-19 With Fatal, Results From a Prospective, Single-Center, Clinicopathologic Case Series Outcome; Harvard Medical School; Ackermann M, et al. (2020). Pulmonary Vascular Endothelialitis, Thrombosis, and Angiogenesis in Covid-19; Centers for Disease Control and Prevention; Universitätsklinikum Eppendorf Hamburg; Charité Berlin; Wölfel R, et al. (2020). Virological assessment of hospitalized patients with COVID-2019; Wu Z, et al. (2020). Characteristics of and Important Lessons from the Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) Outbreak in China: Summary of a Report of 72314 Cases from the Chinese Center for Disease Control and Prevention; Braun F, et al. (2020). SARS-CoV-2 renal tropism associates with acute kidney injury; Karagiannidis C, et al. (2020). Case characteristics, resource use, and outcomes of 10 021 patients with COVID-19 admitted to 920 German hospitals: an observational study.

Redaktion:
Jennifer Werner,
Karsten Kaminski


Im Auftrag des ZDF:
Sophie Gülzow,
Ella Böhm


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