Die Menschen haben alles verloren.“

Beirut nach der Explosion

Frau mit Blut auf der Kleidung wird von Ärzt:innen versorgt
Zerstörte Häuserfront
Rauchwolke, im Vordergrund Trümmer, unter anderem ein zerstörtes Auto
Drei Männer tragen eine verletzte Frau
Krankenhausbett voller Scherben und Dreck
Ein Mann schiebt eine Krankenhausliege durch das verwüstete Krankenhaus
Rauchwolke, im Vordergrund Trümmer, unter anderem ein zerstörtes Auto
Die Menschen haben alles verloren. Die Stadt ist zerstört. Wie fangen wir an, mit diesem nationalen Trauma umzugehen? So viel Traurigkeit um uns herum.
Aya Majzoub, Human Rights Watch Beirut

Quelle: Twitter/@Aja_Majzoub

Seit dem Abend waren wir in jedem Krankenhaus in Beirut, jetzt warten wir auf die Namen, doch die kommen nicht – wir wissen nicht, ob er tot ist oder lebt.
Ibrahim Shamas, vermisst seinen Neffen
Wir behandeln mindestens 300 Verletzte,
alle sind am Operieren. Ärzte, Pfleger, sogar die aus der Verwaltung.
Mitarbeiterin in einem Krankenhaus in Beirut
Rauchwolke der Explosion
Trümmer des Hafens, im Hintergrund ein kaputtes Schiff
Riesige Rauchwolke, davor Trümmer
Totale des zerstörten Hafens
Trümmer in Beirut
Zerstörtes Hafengebäude in Beirut
Menschen laufen auf Rauchwolke zu
Ich habe in meinem Leben noch nie so ein großes Desaster gesehen. Das ist eine nationale Katastrophe. Ich weiß nicht, wie wir uns davon erholen sollen.
Marwan Abboud, Gouverneur von Beirut
Es war ein sehr angsteinflößender Moment. [...] Als Libanesin konnte ich nicht anders, als in diesem Moment – wenn man eine Explosion hört – daran zu denken, dass der Krieg wieder ausbricht.
Patricia Mouamar, hat schon zwei Kriege erlebt
Der Hafen ist hinüber. [...] Das Getreide ist zerstört. [...] Menschen sind tot in einem Land, in dem Menschenleben wenig Geld wert sind, wegen der kriminellen Machenschaften des herrschenden Systems.
Joelle Boutros, Studentin und Aktivistin in Beirut

Quelle: Facebook/Joelle Boutros

Nachdem es die Finanzkrise und die Wirtschaftskrise und jetzt auch noch die Coronakrise gibt, worauf die Regierung und das politische System keinerlei Antwort hat, ist das für die Menschen hier einfach ein Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Was ich höre und was ich lese, ist: ,Tritt zurück!’, gerichtet an die gesamte politische Elite.
Joachim Paul, Leiter der Heinrich-Böll-Stiftung in Beirut

Fotos:
dpa, reuters, wael hamzeh/epa-efe/shutterstock, gettyimages, ap

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