Von wegen Verkehrswende

Wo auf deutschen Straßen mehr Autos fahren – und wo nicht.

Volle Straßen und lange Staus - nicht nur in Ferienzeiten ein Problem ZDFheute hat sich die Daten der Zählerstellen an den Autobahnen angeschaut. Grafik zeigt Deutschlandkarte mit eingezeichneten Autobahnen.
Nur an diesen wenigen Stellen ist die Zahl der Autos auf den Autobahnen seit 2012 gesunken. Einige wenige Punkte zeichnen sich rund um Ballungsgebiete wie Köln/Bonn, Berlin, München, Frankfurt oder Hamburg ein.
Überall sonst fahren mehr Autos.
An manchen sogar über 50 Prozent mehr. A14 bei Goldstädt hat 52 % mehr. A59 bei Duisburg Süd hat 75 % mehr. A4 bei Nieder-Seifersdorf hat 61 % mehr. A72 bei Niederfrohna hat 74 % mehr. A17 bei Breitenau-Schönwald hat 57 % mehr.
Die meisten Autos fahren laut Bundesanstalt für Straßen am Kreuz Leverkusen auf der A3. 171.137 Autos mehr, 21.766 LKWs mehr (Durchschnittlicher Verkehr pro Tag).

Der Verkehr an allen Zählstellen in Deutschland ist zwischen 2012 und 2018 um zehn Prozent gestiegen.

Deutschland und die vielen Autos

2018 wurden insgesamt 3,6 Millionen Autos neu zugelassen – 17 Prozent mehr als noch 2012.

Entwicklung von 3,08 Mio. in 2012 auf 3,61 Mio in 2019.

Und die Autos werden immer größer. Die meisten neuzugelassenen Autos waren Geländewagen und SUVs.
Geländewagen: +102 %, Utilities +32 %, Oberklasse +27 %, Minis + 12 %, Kompaktklasse +3 %
Und die Autos werden immer größer. Die meisten neuzugelassenen Autos waren Geländewagen und SUVs. Kleinwagen -4 %, Sportwagen -8 %, Obere Mittelklasse - 10 %, Mittelklasse -12 %, Großraum-Vans -21 %, Mini-Vans -61 %.

Dabei ginge es auch anders.

Von solchen Modellen ist man in Deutschland noch weit entfernt.

Auch die Corona-Krise hat den Verkehr in Deutschland nur kurz zum Erliegen gebracht.

Mittlerweile ist auf vielen Straßen wieder so viel los wie vor den Corona-Maßnahmen.

Laut Prognosen des Bundesverkehrs-Ministeriums werden in den kommenden Jahren noch mehr Autos auf deutschen Straßen unterwegs sein.

Quellen:
Bundesanstalt für Straßenwesen; GeoBasis-DE / BKG 2017; OpenStreetMap; Kraftfahrtbundesamt;„Verkehrsprognose 2030“ des Bundesverkehrsministeriums; Bundesamt für Güterverkehr; TomTom

Fotos:
iStock/golero, iStock/Canetti

Autor:
Robert Meyer

Redaktion:
Karsten Kaminski

Im Auftrag des ZDF:
Design:
Jens Albrecht